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24. Juni 2012 / Philippe Wampfler

Eine Ethik des Fragens

Eine ethische Haltung: Fremdes befragen. Mein begegnet fremden Menschen, fremden Gegenständen, fremden Konzept: Man stellt eine Frage. Eine ehrliche und echte Frage, an deren Beantwortung man interessiert ist. Die Frage schafft eine Beziehung von bisher Isoliertem, sie ist ein Dialogangebot, sie verhindert eine spontane Abgrenzung. Zudem ermöglich sie einen Perspektivenwechsel, eine Neuorientierung.

Die Haltung kann direkt umgesetzt werden, sie ist verbunden mit einer Anleitung für den Alltag: Morgen beginne ich, diese Fragen zu formulieren. Vielleicht nur für mich, nicht laut. Aber ich weiß, was zu tun ist: Nicht sagen, was ich denke, was ich weiß, was ich vermute, was meinem Image förderlich zu sein scheint – sondern eine Frage zu stellen.

Die einzigen Fragen, die nicht zulässig sind, sind zu enge: Die nicht mehrere Reaktion als Antworten anschließbar machen, sondern eine bestimmte. Wenn man schon ahnt, was die andere Person antworten müsste – und dennoch fragt. Dann wäre es ehrlicher, zu sagen, was man denkt. Die Frage ist nur eine Verkleidung.

Rancières Unwissender Lehrmeister stellt seinen Schülerinnen und Schülern drei Fragen:

  • Was siehst du?
  • Was denkst du darüber?
  • Was machst du damit?

Das wäre ein guter Einstieg.

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