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28. Juli 2011 / Philippe Wampfler

Cui bono.

Die Frage »cui bono« findet sich in mehreren Reden Ciceros, er selber schreibt sie Lucius Cassius Longinus Ravilla zu, einem römischen Konsuln. Die Frage besteht aus zwei Dativen und heißt wörtlich so viel wie »wem [gereicht das] zum Vorteil«, einfacher: »Wer profitiert davon?« oder »Für wen ist das ein Vorteil?«

Die Frage mein als geflügeltes Wort, dass der Verdacht bei einem Verbrechen auf die Person fallen sollte, die daraus einen Vorteil zieht. Selbstverständlich handelt es sich dabei um einen logischen Fehlschluss: Nur weil zwei Dinge gleichzeitig auftreten (korrelieren), muss nicht das eine das andere verursachen. (Konkret: Nur weil jemand von einem Verbrechen profitiert, muss dieser Person das Verbrechen nicht begangen haben.) Den Fehlschluss nennt man lateinisch »cum hoc ergo propter hoc« (»damit zusammen also deswegen«).

Die Frage ist heute besonders bei Verschwörungstheoretikern beliebt, wie z.B. Wolfgang Wippermann in seinem Buch Agenten des Bösen: Verschwörungstheorien von Luther bis heute konstatiert. Dabei werden oft obskure Vorstellungen von »Nutzen« herangezogen (aktuelles Beispiel: die Tragödie in Norwegen »nützt« den »Linken«), um dann Ursachen zu konstruieren, welche mit der Realität nichts mehr zu tun haben.

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