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16. Februar 2011 / Philippe Wampfler

Watson beantwortet Fragen. Watson ist ein Computer von IBM.

Jeopardy ist die amerikanische Quiz-Show, in der die Reihenfolge von Frage und Antwort umgekehrt wird, so der Erfinder, Merv Griffin:

Why not do a switch, and give the answers to the contestant and let them come up with the question?

Als Beispiel sieht das dann so aus:

Hinweis: This species of bear is the best swimmer.
Lösung: What is the polar bear?

Wenn man das nun als Frage-Antwort-Abfolge liest, merkt man sofort, wie verquer die Vorstellung einer Frage und einer Antwort gebraucht wird: Zunächst einmal suggeriert Jeopardy, es gebe zu jeder Antwort nur eine dazugehörige Frage (selbstverständlich wäre die Frage »What is the current clue in this Jeopardy game?« zu jedem Hinweis die richtige Lösung), was natürlich falsch ist. Man könnte im Beispiel auch fragen: »What is the special ability of the polar bear species?«

Auf jeden Fall funktioniert das Spiel so (und man muss die Hinweise aus seltsam anmutenden Kategorien aussuchen, bei denen man nicht genau weiß, was sich dahinter verbirgt). Noch ein Beispiel:

Hinweis: Toured the Burj in this U.A.E. city. They say it’s the tallest tower in the world; looked over the ledge and lost my lunch.
Lösung: What is Dubai?

IBM hat nun einen Computer, sein Name ist Watson, programmiert, der das Spiel spielen kann. Er kann es, um genau zu sein, nicht nur spielen, sondern er lässt die besten Spieler der USA alt aussehen:

Daraus kann man schließen, dass Watson nicht nur Fragen beantworten kann, sondern auch Hinweise durchschauen kann, in denen sich ein Wortspiel befindet (Hinweise, die man in Google eingeben könnte und niemals zur Antwort kommen würde) sondern auch entscheiden kann, wie sicher er bei der Antwort ist (man muss bei Jeopardy einen Knopf drücken, um an die Reihe zu kommen – und kann teilweise auch bewusst eine Antwort nicht geben, um kein Geld zu verlieren) – und das extrem schnell. Ein entscheidender Vorteil von Menschen ist, dass sie mit einem Bauchgefühl den Buzzer teils innert 10 Millisekunden drücken – und dann fünf Sekunden Zeit haben für die Antwort. Watson drückt erst, wenn er sich sicher ist, die Antwort gefunden zu haben. (Man darf allerdings erst drücken, wenn die Antwort fertig verlesen ist.)

Einige Anmerkungen zu Watson:

  • Watson ist nicht ans Internet angeschlossen, er hat einen Speicher, in dem Millionen von Dokumenten gespeichert sind.
  • Watson erhält die Fragen nicht gesprochen, sondern als Text.
  • Das grundsätzliche Problem bei der Programmierung ist, dass man praktisch alles Wissen der Menschen strukturieren und abrufbar halten muss – eine Aufgabe, die man lange für unmöglich gehalten hat (IBM hat dieses Problem mit statistischen Methoden gelöst, es wird untersucht, welche Wörter häufig mit welchen anderen Wörtern zusammen auftauchen).
  • 2006 hatte eine von Watsons Vorgängermaschinen noch keine Chance in Jeopardy.
  • Watson hat unglaublich viel Rechenleistung (ein einfacher Computer könnte Jeopardy nicht spielen), z.B. benutzt er 15TB RAM (also so viel wie 7500 anständige Computer zusammen).
  • Watson arbeitet mit hunderten von Algorithmen gleichzeitig – und evaluiert dann die so entstandenen Ergebnisse (man sieht das im Video).

Hier kann man die ganze Sendung verfolgen.

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