Zum Inhalt springen
24. Januar 2011 / Philippe Wampfler

Die 12 großen Fragen der Wissenschaft. Eine Zeit-Serie. BBCs Human Planet.

Fundamentale Fragen spornen die Leute an.

Dieses Zitat steht quasi als Motto über der Zeit-Serie aus dem Jahr 2008 (gesagt hat es Nobelpreisträger und Physiker David Gross). In der Einleitung wird die Bedeutung offener Fragen für die Wissenschaft hervorgehoben; sie sind eine Orientierung für Forschende. Wissenschaft konzentriert sich oft auf die scheinbar letzten verbleibenden Fragen – um in der Beantwortung dieser Fragen wieder ganz viele neue zu entdecken oder aufzuwerfen.

Die 12 großen Fragen der  Zeit lauten:

  1. Was ist Realität?
  2. Warum sind wir nicht unsterblich?
  3. Gibt es die Weltformel?
  4. Was geht im Erdkern vor sich?
  5. Was war vor dem Urknall?
  6. Wie entstand das Leben?
  7. Intelligenter als Menschen? [Gemeint ist: Können Computer intelligenter sein als Menschen?]
  8. Sind alle Krankheiten besiegbar?
  9. Welche ist die kürzeste Route für die Müllabfuhr?
  10. Woraus besteht das Universum?
  11. Warum schlafen wir?
  12. Wird die Wissenschaft eines Tages alle Fragen beantworten?

Im letzten Teil heißt es:

Je besser wir die Dinge verstehen, desto klarer wird uns, was wir nicht verstehen.

Dieses Problem ist ein erkenntnistheoretisches: Unsere Erkenntnis kann nicht gleichzeitig fokussiert und breit sein. Um etwas genau erkennen zu können, müssen wir andere Bereiche ausblenden. Es geht also, um es einfach zu sagen, bei vielen Fragen um die Grenzen unseres Denkens. In einer Kritik der Fragen kann man eigentlich sagen, dass es sie in drei Kategorien fallen:

  1. Spezielle Einzelfragen nach dem Erdkern (4.) und der Funktion des Schlafes (11.).
  2. Ein mathematisches Problem (Müllabfuhr, 9.), das Problem heißt P-NP-Problem. [Es gibt noch eine Reihe weiterer mathematischer Probleme mit einem ähnlichen Status wie P-NP.]
  3. Die Frage nach dem Anfang und dem Ende (des Menschen).

Wie man sieht, gehören zu 3. meines Meinung nach neun der zwölf Fragen. Hierbei handelt es sich immer um die Grenzen unseres Denkens.

Der Urknall ist beispielsweise ein Problem, weil wir meinen, das Universum müsse einen Anfang haben. Und wenn es keine Schöpfung gegeben hat, dann halt einen Urknall. Und der wird zum Problem, sobald man ihn als einen Anfang denkt (genau so wie das Leben zu so einem Problem wird), weil wir dann denken: Wie kann überhaupt etwas beginnen, ohne dass es vorher schon da war? Die Lösung ist vielleicht ganz einfach: »Es« war vorher schon da, wir können es einfach nicht erkennen oder nicht denken. Ähnlich verhält es sich mit dem Ende. In einer Diskussion um die Möglichkeit von künstlicher Intelligenz fragte mich kürzlich jemand, was denn aus dem Menschen werde, wenn Maschinen denken könnten. Diese Frage zeigt, dass wir uns nicht vorstellen können, dass es denn Menschen einmal nicht mehr, es ihn auch nicht mehr braucht, er restlos ersetzt werden kann. Dabei ist das eine völlig natürliche Vorstellung…

Und dazu – als Exkurs, den ich hier gefunden habe – der Hinweis auf Human Planet, eine Serie des BBC, in der die Menschen und ihre Interaktion mit der Natur wie in einer Tierdokumentation beobachtet werden. Die Serie kann in der Schweiz nicht angeschaut werden (auf BBCs iPlayer; Rapidshare-Links gibts aber natürlich) , hier aber der Trailer:

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Follow

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 2.324 Followern an

%d Bloggern gefällt das: