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8. November 2010 / Philippe Wampfler

Fischli und Weiss. Kunst, Fragen und Twitter.

Fischli/Weiss, also das Schweizer Künstlerduo Peter Fischli und David Weiss, haben sich intensiv mit Fragen auseinandergesetzt. Ein Beispiel ist ihr »Grosser Topf« von 1984:

Fragentopf von Fischli/Weiss. Auszug. Copyright: http://blog.rebell.tv/.

An der Kunstbiennale in Venedig erhielten die beiden Künstler 2003 den »Goldenen Löwen« für ihre Arbeit mit Fragen, aus denen einerseits eine Diaprojektion (siehe unten) resultierte, andererseits ein Buch mit dem Titel »Findet mich das Glück?«.

 

Copyright: Ausstellungskatalog Deichtorhallen Hamburg, 2008.

Die Fragen von Fischli/Weiss werden oft »absurd« genannt, im Ausstellungskatalog der Hamburger Ausstellung von 2008 heißt es:

Diese Installation war der Höhepunkt einer ganzen Serie von aus absurden Fragen bestehenden Arbeiten […] Die Verwendung von Text als Material erinnert an die Konzeptkunst der 1960er und 1970er Jahre, bei der das physische Kunstobjekt gegenüber der Idee, die es verkörpert, zurücktritt. Diese Nähe unterstreicht auch den philosophischen Charakter der Kunst von Fischli und Weiss, eine Welt in Frage zu stellen, die sich selbst nicht so wichtig nimmt.

Es seien einige Beispiele solcher Fragen genannt:

  1. Soll ich Russland überfallen?
  2. Wie wirke ich?
  3. Warum geschieht nie Nichts?
  4. Kommen Meinungen von selbst?
  5. Sucht mich das Glück am falschen Ort?
  6. Leide ich an gutem Geschmack?
  7. Soll ich aus wissenschaftlichen Gründen Drogen nehmen?
  8. Ist alles, was ich schon vergessen habe, so groß wie ein Haus?
  9. Wird die Freiheit der Vögel überbewertet?
  10. War ich noch nie ganz wach?
  11. Soll ich mich betrinken?
  12. Kommt ein Bus?
  13. Bin ich knapp normal?
  14. Spinnen die Andern?
  15. Weiß ich fast alles über mich?
  16. Driftet alles auseinander?
  17. Was denkt mein Hund?
  18. Bin ich privat ein anderer Mensch?
  19. Gibt es eine Welt auch ohne mich?
  20. Ist das Verdauungssystem etwas Wunderbares?
  21. Verbummele ich mein Leben?
  22. Könnte man mich in einem guten Film gebrauchen?
  23. Hat alles zwei Seiten?

Im Magazin schreibt Stefan Zweifel 2007 über die Fragen von Fischli/Weiss:

«Wem gehört Paris?» Diese Frage leuchtet gerade aus dem Dunkel, als ich in den nächsten Raum trete. «Sono il mio auto?» Italienisch und französisch, englisch und arabisch ziehen die wesentlichen Fragen, die man sich nie stellt, vor mir vorbei: «Gibt es eine Welt ohne mich?» Vielleicht begann Sokrates seine Gespräche mit solchen Fragen, ehe sie sich wie hier zu einem Höhlengleichnis weiteten, an der Wand aufscheinen und vergehen im Takt des Vergessens und Erinnerns.

Das sieht dann so aus:

Heute habe ich einen Twitter-Account entdeckt, auf dem Fischli/Weiss(-ähnliche)-Fragen gestellt werden:

Schön, was man so an einem Montagmorgen finden kann!

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