Skip to content
26. Oktober 2010 / Philippe Wampfler

Liebe und Einsamkeit. Tilda Swinton.

Die FAZ publiziert heute ein bemerkenswertes Interview online: Ein Gespräch mit Tilda Swinton. Die schottische Schauspielerin, der wie kaum einer anderen der Spagat zwischen Mainstream- und Arthouse-Kino gelingt, äußert sich zu spannenden Fragen wie folgt:

Was hat Liebe mit Einsamkeit zu tun?

Alles. Die Akzeptanz der eigenen Einsamkeit ist die Voraussetzung, um einen anderen wirklich zu lieben. Wenn wir diese Einsamkeit jemandem zeigen, der sie wiederum sieht und akzeptiert, ohne uns davon abbringen zu wollen, und wenn der andere uns seine Einsamkeit zeigt – das birgt die Chance einer wirklich liebenden Beziehung.

Es geht also nicht darum, Einsamkeit zu überwinden?

Einsamkeit ist keine Option, sie ist ein Fakt. Wir sterben alle allein. Das wäre sonst wieder dieses romantische Ideal des Eins-Seins, das uns verkauft wird, als müssten wir nur den Richtigen finden, um nie wieder allein zu sein. Ich halte das für Fiktion. Und für eine Verschwendung einer existentialistischen Wahrheit. Es ist sehr gesund zu wissen, wie einsam wir sind.

Ist das Ihre Erfahrung?

Die liebevollsten Beziehungen in meinem Leben – und davon gibt es viele – habe ich zu Menschen, die sich ihrer Einsamkeit bewusst sind und keine Angst davor haben. So können wir uns wunderbar Gesellschaft leisten. Es ist ein guter Weg, um gute Freunde zu finden.

Einsamkeit gegenseitig akzeptieren lernen – eine Definition von Liebe, die man selten liest.

  1. Tenzing / Okt 26 2010 8:42 pm

    Ich finde die definition gut. sich seiner einsamkeit bewusst zu sein macht unabhängiger. der mensch hat ein bedürfniss nach liebe aber das wort liebe ist heute so komerzialisiert und vordefiniert, dass man sich darin verlieren kann. liebe ist ein wort, dass etwas viel komplizierteres aus unserem innersten ausdrücken möchte. um es zu erfassen muss man in sich gehen, doch das ist anstrengend.. die vordefinition bietet vermeintliche hilfe um das gefühlschaos zu lösen und tatsächlich.. sonderbarerweise können menschen ihre eigenen lügen glauben, doch die realität wird jedermann einholen. es liegt wie ich finde auch eine gefahr in der sprache. was hat es mit der einsamkeit zu tun? ich denke, wenn man wirklich akzeptiert einsam zu sein, dann glaubt man nicht mehr alles von aussen, lässt sich vor allem nicht so stark unter druck setzten. man hört sich mehr zu.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: