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24. Oktober 2010 / Philippe Wampfler

Der Wert eines Menschen. Ludwig Hohl.

Letzte Woche musste ich merken, wie unbekannt Ludwig Hohl immer noch ist – selbst in der Schweiz. Deshalb heute eine Frage von ihm, aus Die Notizen – für einmal unkommentiert:

Worin besteht denn eines Menschen Wert, in dieser Welt, wo alles schwankt?

Es ist aber diese Schwierigkeit, menschlichen Wert zu bestimmen, auch wieder nur eine scheinbare Schwierigkeit, diese ernst sich gebende Frage eine Trugfrage; ist eine Frage bei jenen, die nicht am Ort sind; was können sie sich interessieren? Schwindelei! Die aber am Ort sind, sehen es besser. Das ist des Menschen Wert: dass er Wert will.

Sogleich muss hier gewarnt werden vor zwei Mißverständnissen – Ungenauigkeiten des Denkens, die zu gefährlichen Verwechslungen führen:

Erstens ist Wert wollen nicht dasselbe wie sagen, man wolle Wert […]

Zweitens ist Wert wollen nicht dasselbe wie Fett wollen, äußere Macht wollen. […]

– Wert wollen ist nicht dasselbe wie sagen, man wolle Wert: ist aber identisch mit dem Arbeiten.

Wie würde man es aber verstehen, wenn ich sagte »des Menschen Wert liegt im Arbeiten«, heute, […], – heute, wo man zehn Stunden sich im Kreise drehen oder den Fußboden so lange reiben, bis er weg ist, als Arbeiten auffasst? [suhrkamp taschenbuch, S. 11f.]

 

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