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21. Oktober 2010 / Philippe Wampfler

Ich. Descartes. Das Cogito.

Heute eine ganz klassische Frage – mit einer ganz klassischen Beantwortung. Descartes beginnt seine Meditationen, indem er unbeschränkt an allem zweifelt, woran man zweifeln kann. Letztlich kann er daran nicht zweifeln, dass er sich diese Gedanken macht, und stellt sich dann folgende Fragen [2. Meditation]:

Also was bin ich nun? Ein denkendes Ding. Was ist das? – Ein Ding, das zweifelt, einsieht, bejaht, verneint, will, nicht will, das auch bildlich vorstellt und empfindet.

Die zentralste Frage, die sich ein Mensch stellen kann (»Was bin ich?« oder »Was ist das, das ich da mit »ich« bezeichne?«) wird zunächst mit dem Verb »denken« beantwortet, welches dann noch einmal hinterfragt wird und zerlegt wird in Gegensatzpaare: »zweifeln – einsehen«, »verneinen – bejahen«, »wollen – nicht wollen« und »bildlich vorstellen und empfinden«. Dabei wird das »ich« auf geistige Gegebenheiten reduziert – der Körper wird erst in einem zweiten Schritt rekonstruiert, weil er beim Zweifel an allem zuvor weggefallen ist, weil Körperempfindungen uns täuschen.

  1. Hundzolz / Okt 21 2010 5:17 pm

    Würde sagen, dass der wegreduzierte Körper eine Bedingung mehr oder weniger ausschliesslich des Kartesianismus ist, sobald ‚Empfinden‘ ins Ich-Paradigma Einzug nimmt, schwingt der Körper mit. Und gibt da ja auch die entgegengerichtete, ebenso befremdliche Position: Körper/Geist Dichotomie zwar dem Vokabular nach den Kartesianern gleich manifest, aber das Ich wird als biologische Illusion wegreduziert.

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