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27. August 2010 / Philippe Wampfler

Aktion für ein kluges Zürich. Fragen von Thomas Meyer. Werbetexter.

Es gibt Fragen, die offenbar viel mit Zürich zu tun haben. Und mit klarer Wirkungsabsicht gestellt werden: Damit Zürich klug wird. Gestellt werden Sie vom Ex-Ringier-Journalisten Thomas Meyer, der jetzt Werbetexter ist. Die Aktion fand zuerst als Guerilla-Marketing per Kleber, dann per von der APG unterstützen Plakatwerbung statt:

Neu gibt es auch eine eigene iPhone-App. Das sieht dann ungefähr so aus, wenn man bereit war, Fr. 1.10 für ein paar Fragen zu bezahlen:

Hier ein paar weitere Fragen, die Meyer stellt:

  1. Wobei haben Sie stets ein glückliches Händchen?
  2. Finden Sie Ihre Lebensweise nachahmenswert?
  3. Was ist die Lüge Ihres Lebens?
  4. Wie gross ist die Distanz zwischen Ihrem Beruf und Ihrer Berufung? Warum?
  5. Was war Ihr spirituellestes Erlebnis? Und das am wenigsten spirituelle?
  6. Was tut Ihnen noch heute leid?
  7. Worin sind Sie richtig gut? Was haben andere davon?
  8. Wie sieht Ihre Vorstellung von der Hölle aus? Kommen Sie darin vor?
  9. Wie viel Friede ist in Ihrem leben? Wie kommen Sie zu mehr davon?
  10. In welchem Tonfall sprechen Sie über Ihren Partner? Wie spricht er wohl über Sie?
  11. Was ist das Problem der Frau? Was jenes des Mannes?

Diese Fragen (man merkt es auch der Schnapszahl an, auf die ich die Liste beschränkt habe) gleichen denen von Dobelli, Hohler oder Krogerus/Tschäppeler. Sie zeichnen Sie durch einen moralischen Unterton aus:

Finden Sie Ihr Leben nachahmenswert? — Nein, denn ich bin eigentlich ein rücksichtsloses Schwein, das gewisse Aspekte dieser Rücksichtslosigkeit auch noch cool findet. Besser wäre, ich würde mein Leben total nachahmenswert gestalten.

Man fragt sich aber, was das nun mit Klugheit und Zürich zu tun hat. Im Interview mit Antonio Haefeli sagt Meyer dazu:

Der Mensch allgemein scheint mir weder besonders bewusst noch besonders reflektiert. Aber „Aktion für eine kluge Welt“ hätte sich doof gelesen.

Etwas präziser wird er im Interview mit dem Tages-Anzeiger (Monica Müller):

Die Zürcher sind manchmal schon sehr materialistisch und egoistisch. Ich finde schon, dass man ihnen den Spiegel vorhalten sollte.

Das betrifft ihn selber natürlich nicht. Die Aktion hat er nicht etwas gemacht, um selber als Werber bekannt zu werden: »Genau deswegen bin ich so lange anonym geblieben – um diesen Eindruck zu vermeiden.« Herr Meyer – wenn Sie diesen Eindruck wirklich hätten vermeiden wollen, dann wären Sie noch viel länger anonym geblieben, nämlich für immer.

Fazit: Einige nette Fragen – aber ein dünnes Konzept.

(via Benkoes Blog, Bild vom Plakat via Facebook)

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