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26. August 2010 / Philippe Wampfler

Schon wieder eine Schnapszahl. 66 Fragen von Franz Hohler.

Nach den 777 Fragen von Rolf Dobelli (bei denen erwähnt worden ist, wie stark sie sich auf die Fragen aus Max Frischs Tagebüchern beziehen, oft »Fragebogen« genannt nach der eigenständigen Publikation) eine Art Vorläufer: Franz Hohler.

Er hat die an sich einfache Frage, wo er denn geboren worden sei, wie er auf seiner einmaligen Homepage angibt, von Anfang an falsch beantwortet – scheint also mit schwierigen Fragen (wie will man denn das eigentlich wissen) und untauglichen Antworten Erfahrungen gesammelt zu haben. 1979 hat er in seinem Lesebuch »Ein eigenartiger Tag« eine Liste mit 66 Fragen abgedruckt, die auf dem mikiwiki zitiert sind (darauf hingewiesen hat mich Andreas Kyriacou, danke!):

  1. Wie gross sind Sie?
  2. Wie lange können Sie den Atem anhalten?
  3. Können Sie durch die Finger pfeifen?
  4. Wann haben Sie das letztemal einen Purzelbaum gemacht?
  5. Wenn Sie in einem Restaurant sind und einen Kaffee trinken, und es gibt verpackten Zucker dazu, und Sie trinken den Kaffee ohne Zucker – nehmen Sie dann den Zucker mit?
  6. Kennen Sie viele Apfelsorten?
  7. Können Sie etwas über Nagetiere sagen?
  8. Worum ging es im Ersten Weltkrieg?
  9. Kennen Sie den Namen Ihres Briefträgers?
  10. Glauben Sie an Impfungen?
  11. Wogegen?
  12. Gibt es ein Gedicht, das Sie auswendig können?
  13. Gibt es ein unanständiges Gedicht, das Sie auswendig können?
  14. Von wem stammt die Kuh ab?
  15. Was finden Sie schwerer, aufhören oder anfangen?
  16. Wie heissen Sie?
  17. Sind Sie mit Ihrem Namen zufrieden?
  18. Wenn nicht, wie möchten Sie lieber heissen?
  19. Können Sie ein Märchen erzählen?
  20. Haben Sie zu Hause einen Luftbefeuchter?
  21. Worauf hoffen Sie?
  22. Können Sie an einer Zoohandlung vorbeigehen, ohne hineinzuschauen?
  23. Können Sie an einer Handlung für Damenwäsche vorbeigehen, ohne hineinzuschauen?
  24. Sind Sie männlichen oder weiblichen Geschlechts?
  25. Was stellen Sie sich unter Bandenergie vor?
  26. Waren Sie schon einmal in psychiatrischer Behandlung?
  27. Wem gehören Sie?
  28. Glauben Sie, dass man Zeit gewinnen kann?
  29. Schreiben Sie von Ihren Ferien Ansichtskarten?
  30. Wem?
  31. Hassen Sie Leute, die Witze im Kopf behalten können?
  32. Denken Sie oft ja, wenn Sie nein sagen?
  33. Gibt es einen Metzger, den Sie persönlich kennen?
  34. Können Sie einen Blindgänger markieren?
  35. Dieses leichte Stechen in der Nierengegend, haben Sie das schon lange?
  36. Geben Sie alle Ihre Einkünfte der Steuer an?
  37. Wieso wehren Sie sich gegen das Wort Hinterziehung?
  38. Hassen Sie die Pest?
  39. Wie geht es Ihnen?
  40. Wissen Sie, was ein Moschusochse ist?
  41. Wenn Sie es nicht wissen, interessiert es Sie, zu wissen, was das ist?
  42. Können Sie den Unterschied zwischen einer Aktie und einer Obligation erklären?
  43. Benutzen Sie die Wörter „Dein, Ihr, Euer“ am Schluss eines Briefes?
  44. Schreiben Sie Briefe?
  45. Glauben Sie daran, dass Sie einmal sterben müssen?
  46. Glauben Sie das wirklich?
  47. Kennen Sie jemanden, der gelb als Lieblingsfarbe hat?
  48. Wie gut kennen Sie ihn?
  49. Fürchten Sie sich vor Verkäuferinnen?
  50. Beginnen Sie Ihre Unterschrift oben oder unten?
  51. Gehen Sie gern zu Fuss?
  52. Wann sind Sie zum letztenmal rot geworden?
  53. Gibt es ein Wort, das Ihnen zuwider ist?
  54. Wenn Sie einen Pfirsich anfassen, kriegen Sie da eine Hühnerhaut?
  55. Werfen Sie Schnüre von Paketen, die Sie bekommen, weg?
  56. Wo wohnen Sie?
  57. Können Sie kochen?
  58. Töten Sie gern Insekten?
  59. Haben Sie ein Taschenmesser?
  60. Wo liegt Ihrer Meinung nach Abu Dhabi?
  61. Macht es Ihnen nichts aus, eine Salbe gegen Hämorrhoiden zu kaufen?
  62. Gibt es etwas, das Sie noch nachholen möchten?
  63. Wie alt sind Sie?
  64. Ist Ihnen der Gedanke an rohes Fleisch unangenehm?
  65. Haben Sie diese Fragen nur gelesen oder auch beantwortet?
  66. Wo denken Sie hin?

Die Fragen gefallen mir durch die ihnen eigene Mischung von kindlicher Naivität und hintergründigem Sinn. Meine Highlights:

  • Die Charakterisierung danach, ob man die Unterschrift unten oder oben beginnen – feiner kann man Menschen kaum beobachten.
  • Unübertroffen ist die Frage, ob man wirklich daran glaube, dass man sterben müsse. (Wohl etwas, das man eher weiß, als dass man es glaubt.)
  • Der so schweizerische Hinweis darauf, dass Menschen Zuckerbeutel im Cafe mitnehmen, um sie zuhause zu brauchen.
  • Und die Schlussfrage: Wahrscheinlich die schönste Frage in diesem Blog bisher. »Wo denken Sie hin?« zeigt nicht nur, dass wir beim Fragen meist annehmen, die Antwort schon zu kennen, und dann auch oft gar nicht fragen wollen, sondern etwas mitteilen. Darüber später mehr.

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